Aktiv gegen Verspannungen

Techniken für Myofascial Release werden in der Physiotherapie weitläufig angewandt, um Spannungszustände im Gewebe zu regulieren. Self-Myofascial Release ist eine daraus entstandene Form, bei der jeder selbst, mit einfachen Hilfsmitteln, ähnliches am eigenen Körper erreichen kann. Am gängigsten wird eine spezielle Hartschaumstoffrolle genutzt. Es kann beispielsweise aber auch ein Massagestab oder Tennisball verwendet werden.

 

In einer systematischen Übersichtsarbeit stellten Forscher mechanische und neurophysiologische Wirkmechanismen einer solchen Eigenbehandlung dar. Diese scheinen vor allem zur Senkung der Gewebespannung zu führen, die auch als solche wahrgenommen werden kann. Daraus ergibt sich eine kurzfristige, bis etwa zehn Minuten anhaltende, Beweglichkeitszunahme. Der auf das Gewebe wirkende Druck sollte stark, jedoch noch akzeptabel sein und über eine Dauer von 60-120 Sekunden erfolgen. Ob durch eine regelmäßige Durchführung auch eine anhaltende Beweglichkeitszunahme erreicht werden kann, ist ungewiss.

 

Die Forscher konnten zudem eine Linderung  eines Muskelkatergefühls feststellen. Sie berichten auch über eine mögliche Steigerung der parasympathischen Aktivität, was beispielsweise mit einer Senkung von Stresshormonen und einem allgemeinen Entspannungsgefühl einhergeht. Für weitere Effekte konnten keine eindeutigen wissenschaftlichen Nachweise dargestellt werden. Im Gegensatz zu häufigen Annahmen führt Self-Myofascial Release nicht zu einer Zunahme der Muskelleistung.

  

Kommentar: Durch das selbstständige Bearbeiten verspannter Körperregionen mittels einfacher Hilfsmittel kann, ähnlich wie bei herkömmlichen Dehnungen, eine schnelle Verbesserung mit gleichzeitiger Beweglichkeitszunahme erreicht werden.

 

 

Beardsley C, Škarabot J. Effects of self-myofascial release: A systematic review. J Bodyw Mov Ther. 2015 Oct;19(4):747–58.