Ausdauer– und Krafttraining regulieren den Blutdruck

Körperliche Aktivität wird von europäischen und amerikanische Leitlinien als sehr bedeutende nicht-pharmazeutische Behandlungsmaßnahme zur Senkung von Bluthochdruck empfohlen. Sowohl ein Ausdauer-, als auch ein Krafttraining führen mittelfristig nachweislich zu einem positiven Effekt. 

 

Wie Studien zeigen konnten, kann jedoch bereits ein einzelnes Ausdauertraining den Blutdruck für bis zu 24 Stunden um zwei bis zwölf Millimeter Quecksilbersäule (mmHG) reduzieren. Dies kommt in etwa der Gabe von Medikamenten im Anfangsstadium gleich. Inwieweit dies auch durch ein Krafttraining möglich ist, untersuchte kürzlich ein internationales Forschungsteam, das hierzu eine Übersichtsarbeit veröffentlichte. 

 

Die Autoren kamen zu dem Ergebnis, dass auch ein Krafttraining eine ähnliche kurzfristige Wirkung zeigt. 60 Minuten nach dem Training konnte, im Vergleich zu einer vorherigen Ruhemessung, ein um durchschnittlich 3,3 mmHG reduzierter Blutdruck festgestellt werden. Nach 90 Minuten waren es sogar 5,3 mmHG. Eine 24-Stunden-Messung ergab einen immer noch niedrigeren Blutdruckwert von 1,7 mmHG. Am deutlichsten war die Senkung bei Menschen mit einem etwas erhöhten Blutdruck, sowie bei Trainingsprogrammen, die hauptsächlich Übungen für große Muskelgruppen beinhalteten. Nicht geklärt werden konnte in dieser Studie beispielsweise, welche Trainingsparameter und welche Trainingsformen zu den besten Ergebnissen führen. 

 

Kommentar: Ein tägliches, wohldosiertes Ausdauer- oder Krafttraining helfen einen erhöhten Blutdruck zu regulieren. Medikamente können dadurch, in Absprache mit dem Arzt, reduziert oder sogar vollständig abgesetzt werden.

 

 

Casonatto J, Goessler KF, Cornelissen VA, Cardoso JR, Polito MD. The Blood Pressure-Lowering Effect of a Single Bout of Resistance Exercise: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomised Controlled Trials. European Journal of Preventive Cardiology. 2016 Nov;23(16):1700–14.