Effektive Maßnahmen gegen typische Schulterbeschwerden

Nach Rücken- und Nackenbeschwerden stellen Schulterprobleme den dritthäufigsten Grund dar, weshalb Menschen, aufgrund von muskuloskeletalen Beeinträchtigungen, einen Arzt aufsuchen. Statistisch betrachtet klagen 21% der Bevölkerung über Schulterbeschwerden, während Sie diesen Artikel lesen. Am häufigsten sind Frauen im Alter zwischen 45 und 64 Jahren betroffen.

 

Unter allen Schulterbeschwerden ist mit 36% das Schulter-Impingement-Syndrom am häufigsten vorkommend. Darunter versteht man eine Einklemmungsproblematik mit strukturellen Veränderungen unter dem sogenannten Schulterdach. Betroffen sind vor allem Sehnen der Rotatorenmanschette (wichtige schultergelenkstabilisierende Muskulatur) und der sich dort befindende Schleimbeutel. Typische Symptome dieser Problematik sind Schmerzen, Funktions- und Beweglichkeitseinschränkungen des Arms, Schlafbeeinträchtigungen und Verlust an Lebensqualität.

 

Steuri et al. (2017), von der University of Applied Sciences in der Schweiz, untersuchten die Effektivität von konservativen Maßnahmen speziell zur Schmerzlinderung, Funktions- und Beweglichkeitsverbesserung. Hierzu führten sie eine systematische Übersichtsarbeit in Verbindung mit einer Metaanalyse durch. Sie kamen zu folgendem Ergebnis:

 

Schmerzlinderung

Ein Übungsprogramm hat den größten Einfluss auf die Schmerzreduktion, wobei spezifische Übungen effektiver sind als allgemeine Übungen. Behandlungen mit Manueller Therapie, therapeutischem Laser und extrakorporaler Stoßwelle sowie Tapeanlagen können unterstützend wirken. Werden allerdings spezifische Übungen mit der Manuellen Therapie kombiniert, kommt es zur deutlichsten Schmerzlinderung.

 

Kortisoninjektionen (insbesondere ultraschallgestützte Injektionen) sowie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente (NSARs) zeigen ebenso ihre Wirkung. Es ist jedoch unklar, wie stark dessen Einfluss im Vergleich zu spezifischen Übungen ist.

 

Funktions- und Beweglichkeitsverbesserung des Arms

Zur Funktionsverbesserung des Arms zeigen, ähnlich wie bei der Schmerzlinderung, die beste Wirkung spezifische Übungen, Manuelle Therapie, Tapeanlagen, Ultraschall und ultraschallgestützte Kortisoninjektionen. Um die Beweglichkeit zu erweitern helfen am besten ein spezifisches Übungsprogramm und NSARs.

 

Kommentar: Ein spezifisches Übungsprogramm sollte der Hauptbestandteil der konservativen Therapie bei einem Schulter-Impingement-Syndrom sein. Es hilft sowohl Schmerzen zu lindern, als auch die Funktionsfähigkeit und Beweglichkeit des Arms zu verbessern. Zudem ist es in vielen Fällen effektiver als andere Therapiemaßnahmen, die jedoch ergänzend in Erwägung gezogen werden können.

 

Wird dadurch keine zufriedenstellende Symptomverbesserung erzielt, können im nächsten Schritt Kortisoninjektionen erfolgen. Erst nach einer zwölfwöchigen nicht erfolgreichen konservativen Therapie sollte eine Operation in Erwägung gezogen werden. Dies ist die Empfehlung aus anderen Studien. 

 

 

Steuri R, Sattelmayer M, Elsig S, Kolly C, Tal A, Taeymans J, et al. Effectiveness of conservative interventions including exercise, manual therapy and medical management in adults with shoulder impingement: a systematic review and meta-analysis of RCTs. Br J Sports Med. 2017 Sep;51(18):1340–7.


Kontaktieren Sie uns bei weiterem Interesse. Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen bei der Wiederherstellung, Erhaltung oder Steigerung Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit. > Kontaktformular