Leitlinie zum Training bei Arthrose

Patienten mit Arthrose weisen häufig, aufgrund von Belastungsschmerzen, eine reduzierte Fitness auf. Im ausgeprägten Stadium kann das soweit führen, dass alltägliche Dinge wie Einkaufen gehen oder Treppen steigen nicht mehr möglich sind. Um dem entgegen zu wirken, empfiehlt das American College of Sports Medicine eine wöchentliche nieder- bis mittelintensive Ausdauerbelastung von mindestens 150 Minuten. Darüber hinaus führt dies nachweislich auch zur Linderung von Schmerzen sowie zur Verbesserung des allgemeinen körperlichen Zustands und der Lebensqualität.

 

Zur optimalen Erstellung eines Übungsprogramms veröffentlichten Brosseau et al. (2017), basierend auf qualitativ hochwertigen wissenschaftlichen Studien, eine Leitlinie speziell für Patienten mit Kniearthrose. Im Mittelpunkt stehen darin Ausdauerübungen, welche zügiges Gehen, Laufen und Radfahren umfassen. Die Belastung sollte dabei 50-75 % der maximalen Herzfrequenz betragen. Begleitend empfehlen die Autoren die Durchführung von Übungen zur Muskelkräftigung und Beweglichkeitsverbesserung.

 

Übungsprogramme sollten zunächst professionell angeleitet und in regelmäßigen Abständen kontrolliert und angepasst werden. In der Zwischenzeit sollten die Übungen zwei- bis sechsmal pro Woche für 20 bis 60 Minuten von den Betroffenen selbstständig zuhause durchgeführt werden.

 

Bereits nach acht bis zwölf Wochen können somit Verbesserungen bezüglich Schmerz, Körperfunktion und Lebensqualität erzielt werden. Voraussetzung ist jedoch, dass die genannten Übungsparameter bestmöglich eingehalten werden.

 

Kommentar: Training ist eine effektive nicht-pharmazeutische Maßnahme zur Verbesserung von Symptomen und Folgen von Arthrose.

 

 

Brosseau L, Taki J, Desjardins B, Thevenot O, Fransen M, Wells GA, et al. The Ottawa panel clinical practice guidelines for the management of knee osteoarthritis. Part three: aerobic exercise programs. Clinical Rehabilitation. 2017 May;31(5):612–24.