Olympisches Gewichtheben für Nicht-Gewichtheber

Die Sprungfähigkeit steht in vielen Sportarten in direktem Zusammenhang mit der sportspezifischen Leistungsfähigkeit und dem sportlichen Erfolg. Für eine gute Sprungleistung benötigt es ein hohes Maß an Maximal-, Schnell- und Reaktivkraft. Zu den Übungen des olympischen Gewichthebens zählen Stoßen und Reißen. Durch beide, oder daraus abgeleitete Variationen, lassen sich diese Kraftarten in der Kombination verbessern.

 

Hacket et al. (2016) untersuchten mittels einer Meta-Analyse, ob diese Übungen auch zur Steigerung der Sprungfähigkeit beitragen. Die Autoren zeigten dabei, dass Olympisches Gewichtheben für sämtliche Sportarten wertvoll ist, in denen die Sprungfähigkeit leistungsbestimmend ist. Im Vergleich zu keinem Training verbesserte sich die vertikale Sprunghöhe um 7,7% und verglichen mit einem herkömmlichen Krafttraining um 5,1%. Ein plyometrisches Training zeigte hingegen ähnliche Steigerungen wie Olympisches Gewichtheben. Demnach können beide Trainingsmethoden gut in ein Trainingsprogramm für Sprungsportler eingesetzt werden. Deren Effekte scheinen sich sogar optimal zu ergänzen.

 

Ein Grund für die Effektivität der Übungen des olympischen Gewichthebens, bezüglich der Verbesserung der Sprungfähigkeit, ist die erhöhte Kraftanforderung an das neuromuskuläre System bei ähnlichem Bewegungsmuster mit hoher Bewegungsgeschwindigkeit.

 

Kommentar: Olympische Gewichtheberübungen sollten bei der Trainingsplanung für Sportler, bei denen die Sprungfähigkeit leistungslimitierend ist, berücksichtigt werden. Diese Übungen sind allerdings sehr komplex und werden dazu mit hoher Bewegungsgeschwindigkeit durchgeführt. Daher ist noch mehr als bei anderen Übungen auf eine korrekte Technik zu achten, um Überlastungen oder Verletzungen zu vermeiden.

 

 

Hackett D, Davies T, Soomro N, Halaki M. Olympic weightlifting training improves vertical jump height in sportspeople: a systematic review with meta-analysis. British Journal of Sports Medicine. 2016 Jul;50(14):865–72.