Spezifisches Training zur Beseitigung von lange bestehenden Sehnenbeschwerden

Die Sehne spielt als Bindeglied zwischen Muskel und Knochen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Bewegung. Kommt es immer wieder zu Überlastungen, entstehen schleichend Bewegungsschmerzen und Funktionseinschränkungen, die zunehmend stärker werden und lange Zeit andauern können. 

 

Dies spricht gegen eine entzündliche Entwicklung, wie es häufig angenommen wird. Viel wahrscheinlicher ist die Ursache auf eine über die Dauer entstandene degenerative Veränderung des Sehnengewebes zurückzuführen, auf die der Körper mit Regenerationsprozessen reagiert. Dabei können jedoch Schmerzen entstehen. Am häufigsten sind hiervon die Achillessehne am Fuß, die Patellasehne am Knie sowie die Handstreck– und beugesehnen am Ellenbogen (Tennis-/Golferellenbogen) betroffen.

 

Mehrere Behandlungsmaßnahmen sind für diese Problematik beschrieben. Eine der effektivsten ist nachweislich ein spezifisches Training für die Sehne. Dies sollte mit eher hoher Intensität und geringer Geschwindigkeit durchgeführt werden. Auch wenn in den letzten Jahren immer wieder angenommen wurde, dass ein exzentrisches Training (Muskel wird länger während seine Spannung sich verändert) einem konzentrischen (Muskel wird kürzer während seine Spannung sich verändert) überlegen ist, muss dies aus aktueller Sicht in Frage gestellt werden. Bei gleichen Trainingsparametern (Intensität, Wiederholungen, Serien, Bewegungsgeschwindigkeit, Häufigkeit) reagiert die Sehne auf beide Muskelarbeitsweisen ähnlich.

 

Bereits nach einem drei- bis vierwöchigen Training kann mit deutlicher Symptomlinderung gerechnet werden. Aufgrund der langen Umbauzeit einer Sehne sollte es jedoch noch über mehrere Wochen weitergeführt werden. 

 

Kommentar: Training mit einfachen Übungen statt lästige Sehnenbeschwerden.

 

 

Couppé C, Svensson RB, Silbernagel KG, Langberg H, Magnusson SP. Eccentric or Concentric Exercises for the Treatment of Tendinopathies? Journal of Orthopaedic & Sports Physical Therapy. 2015 Nov;45(11):853–63.