Unspezifische Rückenschmerzen loswerden

Mehr als 80% der Bevölkerung erleiden mindestens einmal innerhalb ihres Lebens Rückenschmerzen. Es ist der häufigste muskuloskeletale Grund, weshalb Menschen einen Arzt aufsuchen. Aktuelle Kenntnisse bezüglich effektiver konservativer Behandlungsstrategien sind daher dringend notwendig. Aus diesem Grund publizierten Wong et al. (2017) eine systematische Übersichtsarbeit, in der sie verschiedene Maßnahmen bei akuten und chronischen unspezifischen Rückenschmerzen untersuchten. Dies sind Beschwerden, die nicht eindeutig auf eine bestimmte schmerzauslösende Struktur zurückzuführen sind und unter denen die Mehrheit leidet.

 

Eine Behandlungsleitlinie wurde von den Autoren wie folgt aufgestellt. Dabei wurde eine Unterteilung in akute und chronische unspezifische Rückenschmerzen getroffen.

 

Akuter unspezifischer Rückenschmerz

  • Beruhigung und Aufklärung mit evidenzbasierten Informationen bezüglich des zu erwartenden Verlaufs bis zur Wiederherstellung sowie Selbstmaßnahmen zum Umgang mit Schmerz.
  • Frühe Rückkehr oder Erhaltung der körperlichen Aktivität wie sie toleriert werden kann - Bettruhe muss dringend vermieden werden!
  • Schmerz- und/oder entzündungslindernde Medikamente wenn notwendig. Muskelrelaxantien alleinig oder in Ergänzung sollten nur dann gegeben werden, wenn die bisherigen Schmerz- und/oder Entzündungshemmer keinen Effekt zeigten. Jede Medikation sollte nur mit Hinweisen bezüglich möglicher einhergehender Risiken verabreicht werden.
  • Manuelle Therapie ist indiziert, wenn Selbstmaßnahmen keine Verbesserung erbringen oder sie nicht zur Rückkehr zu dem vorherigen Aktivitätslevel führen.

 

Chronischer unspezifischer Rückenschmerz

  • Aufklärung mit evidenzbasierten Informationen bezüglich des zu erwartenden Verlaufs bis zur Wiederherstellung sowie Selbstmaßnahmen zum Umgang mit den Beschwerden.
  • Frühe Rückkehr oder Erhaltung der körperlichen Aktivität wie sie toleriert werden kann - Bettruhe muss dringend vermieden werden!
  • Durchführung eines Übungsprogramms nach persönlichen Präferenzen. Dieses sollte mindestens acht Trainingseinheiten über einen Zeitraum von zwölf Wochen umfassen.
  • Manuelle Therapie in mindestens neun Therapieeinheiten über einen Zeittraum von zwölf Wochen.
  • Schmerz- und/oder entzündungslindernde Medikamente als erweiterte Maßnahmen wenn zwingend notwendig. Opiate sollten nur dann gegeben werden, wenn die bisherigen Schmerz- und/oder Entzündungshemmer keinen Effekt zeigten. Jede Medikation sollte nur mit Hinweisen bezüglich möglicher einhergehender Risiken verabreicht werden.
  • Multimodale Rehabilitation, die einen physischen und psychologischen Ansatz verfolgt, bei Patienten mit erheblichen Beschwerden. Dabei sollten etwa 100 Stunden über einen Zeitraum von maximal acht Wochen absolviert werden.

 

Kommentar: Rückenschmerzen sind keine Seltenheit und stellen meistens auch keine schwerwiegende Problematik dar. Für eine schnellstmögliche Linderung gilt es jedoch eine optimale Behandlungsstrategie zu finden. Diese setzt sich aus mehreren Maßnahmen zusammen. Sehr entscheidend für den Erfolg ist jedoch als Patient aktiv zu bleiben und einen bestmöglichen Umgang mit den Schmerzen und Beschwerden zu erlernen. 

 

 

Wong JJ, Côté P, Sutton DA, Randhawa K, Yu H, Varatharajan S, et al. Clinical practice guidelines for the noninvasive management of low back pain: A systematic review by the Ontario Protocol for Traffic Injury Management (OPTIMa) Collaboration. European Journal of Pain. 2017 Feb;21(2):201–16.


Kontaktieren Sie uns bei weiterem Interesse. Wir beraten Sie gerne und helfen Ihnen bei der Wiederherstellung, Erhaltung oder Steigerung Ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit. > Kontaktformular